Wie traumatische Erlebnisse das Erbgut prägen
Extremer Stress, feindliche Lebensumstände und Traumatisierungen beeinträchtigen die Regulation in der Zelle. Wenn das zelluläre Gleichgewicht durcheinander ist führt das auch zu Veränderungen der Nervenfunktionen und anderen Störungen. Ein Ungleichgewicht entsteht, wenn es ein Übermaß an kurzen RNA-Molekülen gibt, den wohl wichtigsten Substanzen für die Umsetzung der genetischen Information. "Schlechte Erfahrungen hinterlassen Spuren im Gehirn, in den Organen und Keimzellen", sagt Mansuy. "Über die Keimzellen werden diese dann weitervererbt."
In Tierversuchen mit Mäusen haben die Forscher festgestellt, dass die Auswirkungen der Traumata an mindestens vier Generationen weitergegeben können. Eine weitere Entdeckung war: Brachte man die Mäusejungen mit einer ererbten Disposition für stressbedingte Verhaltensänderungen in eine sichere und beschützte Umgebung, kann die Disposition wieder rückgängig gemacht werden.
Die neuen Erkenntnisse gleichen einer "wissenschaftlichen Sensation, die in ihren Folgen für das gesamte Gebiet der Biologie, Medizin, Psychologie, aber auch Erziehungswissenschaften bis hin zu Bildungs- und Sozialpolitik in ihren Auswirkungen derzeit nur unterschätzt werden kann" so der Psychologe Harald Schickedanz.
Hier geht es zum Journal.