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Fasten stärkt das Immunsystem

Gerade in Zeiten von Epidemien vermehrt sich auch der Focus auf die Stärkung des Immunsystems und der Abwehrkräfte. Dabei denken wir natürlich nicht sofort an die Möglichkeiten des Fastens. Noch immer stecken in vielen Köpfen die gängigen Vorurteile: während einige an langwierige Anti-Genuss-Prozeduren denken, verfallen andere in Panik, denn für sie ist Nahrungsentzug gleichgesetzt mit starkem Energieabfall und das Gefühl der Schwäche. Sind wir doch in der westlichen Zivilisation so erzogen und auch gewöhnt, mindestens drei Hauptmahlzeiten und zusätzlich einige Snacks zwischendurch zu uns zu nehmen. Mehr noch - das gemeinsame Essen ist eine Art sozialer, kultureller Akt geworden, auf das wir nicht verzichten wollen!

Dabei ist das Fasten stark in vielen Traditionen und Religionen verankert und evolutionsbiologisch sogar ein sinnvolles Prinzip. Naturgemäß mussten Tier und Mensch Hungerzeiten in den letzten Jahrtausenden überstehen und sie mussten während dieser Zeit leistungsfähig bleiben. Doch der für die Wissenschaft wirklich spannende Part während des Hungers ist der, dass in diesen Phasen heilsame Prozesse angestoßen werden.


Was passiert in unserem Körper während des Fastens ?

Unsere Muskeln, Organe und vor allem unser Gehirn brauchen Energiequellen wie Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett. Stellen wir die Nahrung ein, werden gleich am ersten Tag die Zuckerreserven in den Muskeln und in der Leber aufgebraucht, aber Eiweiß und Fett stehen noch zur Verfügung. Bei Übergewichtigen geht es nun an das Bindegewebe, hier kann aus einem bestimmten Eiweiß Zucker umgewandelt werden. Sobald auch noch das Eiweiß aufgebraucht ist, sind die Fettdepots dran. Die Leber bildet aus den Fettreserven energiereiche Ketone, über den Blutkreislauf werden sie bis zum Gehirn transportiert, der diese nun für den Energiestoffwechsel dringend benötigt. Zuerst wird das innere Bauchfett abgebaut, das Fett, dass vermutlich für über 600 Botenstoffe, die mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes, mit Entzündungen sowie Herz-Kreislauferkrankungen in Verbindung stehen, verantwortlich ist.


Nach 14-18 Stunden

Ein wichtiger Zellprozess kommt in Gang - die Autophagie: gealterte, funktionslose Zellen werden mit einer Hülle umgeben und Enzyme zerkleinern sie in Einzelbestandteile. Diese werden den Zellen wieder zugefügt und helfen beim Neuaufbau gesunder Zellen. Übrigens: Für seine Arbeiten zur Autophagie bekam der japanische Forscher Yoshinori Ohsumi 2016 einen Nobelpreis!

Nach 1-3 Tagen

Der Sympatikus wird aktiv, es geht ihm schließlich um das Überleben. Durch die ausbleibende Nahrung gerät das System zunächst in Panik, Hormone wie Adrenalin werden ausgeschüttet, wir sind hellwach. Diese Hormone wirken zudem entzündungshemmend und schmerzlindernd. Aber nach zwei oder drei Tagen kommt der Parasympatikus zum Tragen und das bedeutet, mentale Ruhe, Entspannung und Ausgeglichenheit stellen sich ein. Die Hormone Dopamin und Serotonin werden vermehrt ausgeschüttet, wir fühlen uns glücklich und unser Appetit ist gebremst. Auch die körpereigenen Endocannabinoide werden verstärkt, was bei vielen stimmungsausgleichend und –aufhellend wirkt und sich bei einigen sogar die berühmte Fasteneuphorie einstellt.

Nach 40 Tagen

Der gesamte Körper ist grundlegend gereinigt. Die Fettreserven reichen bei den meisten Menschen für viele Wochen, wobei ein gesunder 70 kg schwerer Mann bei einer Körpergröße von 1,70 m problemlos 40 Tage fasten kann (bei 90 kg hätte er sogar Reserven für über 100 Tage).


Die positive Effekte des Fastens

Insgesamt kann man zusammenfassen, dass der freiwillige Nahrungsentzug neben der allgemeinen Stimmungsaufhellung, Entzündungshemmung, Schmerzlinderung, der Verjüngung und Regeneration auch im hohem Maße unser Immunsystem stärkt. Es gibt sogar neueste Forschungsergebnisse, die aufzeigen, dass Krebsgene in der Erbsubstanz beim Fasten ruhig gestellt werden. Weitere Auswirkungen während des Fastens:

  • Senkt erhöhten Blutdruck sowie Blutzucker und Blutfette
  • Leber erholt sich, die Gamma GT-Werte sinken nachweislich
  • Beugt Demenz vor, fördert die Neubildung von Hirnzellen
  • Darm (größtes Immunorgan)- schleimhäute können sich erholen, positive Auswirkung auf die Darmbakterienbesiedlung (Mikrobiom)
  • Bauchspeicheldrüse kommt zur Ruhe– kaum Insulinproduktion, Zellen werden insulinsensitiver, Menschen mit Diabetes Typ 2 und Vorstufen profitieren
  • Durchblutung und Stoffwechsel des Fettgewebes werden gesteigert, vorallem unter der Haut und am Bauch

In unserem Klinischen Institut Temedos® machen wir neben der schulmedizinischen Abklärung von körperlichen Krankheitssymptomen sehr gute Erfahrungen mit der Ernährungsberatung und der Fastenbegleitung. Beim totalen Fasten sowie Heil- oder Saftfasten wird feste Nahrung für einen bestimmten Zeitraum, beim Intervallfasten in unterschiedlichen Intervallen eingestellt. Gemeinsam mit unserem Ernährungsberater wird individuell besprochen, welche Fastenmethode die für Sie am geeignetsten ist und natürlich darüber aufgeklärt, welche Vor-und Nachteile die unterschiedlichen Arten mit sich bringen.

Passend zum Thema gibt es eine hochspannende Sendung in der ARTE-Mediathek -

https://www.arte.tv/de/videos/043980-000-A/fasten-und-heilen/ (noch bis zum 22.01.2021)

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