Blutegeltherapie - Der heilende Speichel

Ein kleiner Biss mit großer Wirkung. Bereits die antiken Kulturen des Orients und Okzidents - Griechen, Römer, Inder, Chinesen - wussten sich die Blutegel zunutze zu machen. Wissenschaftliche Studien am Immanuel-Krankenhaus Berlin bestätigten das jahrhundertealte Wissen um die Wirksamkeit der kleinen Blutsauger bei chronischen Schmerzen. Zwar sei der genaue Wirkmechanismus der Therapie noch nicht entschlüsselt, sagt Andreas Michalsen, Chefarzt der Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel-Krankenhaus und Professor für Naturheilkunde an der Charité. "Wir wissen aber, dass im Speichel der Blutegel 20 bis 30 Substanzen enthalten sind, die entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken." Andere Bestandteile haben eine gerinnungshemmende und gefäßerweiternde Wirkung, können also die Durchblutung des Gewebes verbessern.

Beißt ein Egel zu, sondert er dabei das heilende Sekret in die Wunde und die tiefer liegenden Gewebe ab. Der Biss ist nicht schmerzhafter als ein Insektenstich. Zur therapeutischen Anwendung schlagen sich Hirudo medicinalis - so der wissenschaftliche Name - 45 bis 90 Minuten lang den Wanst voll. "Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung setzt bereits nach einer Anwendung ein und hält mehrere Monate an", sagt Michalsen. Arthroseschmerzen und Rückenleiden könnten so natürlich und schonend gelindert werden, ohne ständig Schmerzmittel schlucken zu müssen. "Selbst bei stark fortgeschrittenem Verschleiß der Rückenwirbel können wir so oftmals chronische Rückenschmerzen therapieren." Frieden Piazena

(Quelle: Der Tagesspiegel Nr. 22629 VOM 04.01.2016 SEITE 012 / BERLIN_EXTRA)

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